25 Jahre sind eine Generation – das ist genauso lang wie Hagens Werdegang im Karate und Kobudo. Aus diesem Anlass heraus entstand die Idee, am 18.3. einen Jubiläums-Lehrgang zu veranstalten, um diesen Meilenstein zu feiern. Sie fand großen Anklang und hat am Samstag für „full house“ in der Jenaer Leichtathletikhalle in der Oberaue gesorgt. Die Teilnehmer:innen kamen nicht nur aus dem beschaulichen Thüringen, sondern nahmen auch den Weg aus Leipzig und sogar Köln auf sich.

Tatkräftige Unterstützung erhielt Hagen auch bei diesem Lehrgang wieder von seinen langjährigen Weggefährten, wie David, Pierre, Martin, Marius oder Peter. Sandra kümmerte sich gekonnt mit um das leibliche Wohl und organisierte gemeinsam mit der Kobudo-Abteilung des Seishinkai Jena ein kleines Geschenk für Hagen, welches von unserem Abteilungsleiter Peter überreicht wurde.

Das Programm war abwechslungsreich gestaltet. So gab es Einführungen zu verschiedenen Waffen des Kobudo, wie Bo, Sai oder Tunfa. Wer seine neu gewonnen Kenntnisse gleich ausprobieren wollte, konnte dies in den Bunkai-Einheiten tun. Wer der Konfrontation lieber aus dem Weg gehen wollte, hatte die Gelegenheit dazu in den Kata-Einheiten.

Auch das Karate kam nicht kurz. Für alle gemeinsam wurde der Lehrgang mit einer der schönsten Katas des Tesshinkan, der Passai Sho, eröffnet, bei der wir uns die Kata Stück für Stück erarbeitet haben. Im Anschluss konnte man seine Fertigkeiten in der Bunkai-Einheit am Mann ausprobieren. Dabei wurde Wert auf die Grundprinzipien des Tesshinkan (Aufnahme und Trapping, Konter, Immobilisation) gelegt: intuitiv und robust sollten die Anwendungen sein.

In der letzten Einheit vor der Mittagspause gab es neben Bo-Kata bei Hagen eine Einheit zu „Kakie“ von Martin. Kakie bedeutet übersetzt „klebende Hände“ und sollte den Teilnehmer:innen mit unterschiedlichen Übungen den richtigen Einsatz der Hüftarbeit vermitteln.

 

 

Zum Mittag gab es Kata- und Kumite-Vorführungen, um dem Publikum die Breite und Vielfalt des Tesshinkan zu zeigen. Die Vorführungen zu Tamayose Senseis 70. Geburtstag 2019 könnten eine Inspiration dafür gewesen sein.

Eröffnet wurden die Vorführungen durch einen externen Gast, Daniel aus dem Matsubayashi und Yamanni Ryu, mit Oyadomari-no Passai.

In insgesamt 13 weiteren Vorführungen zeigten die Trainer des Seminars ihre Tokui-Kata, d.h. Kür-Kata, bzw. Kampfsequenzen. Neben Pinan- und Naihanchi-Kata, wurden auch Kata wie Kanegawa-no Kama, Chinto und Hamahiga-no Tunfa gezeigt.

Marius zeigt die Naihanchi Shodan.

Diese Einheit war gefolgt von einem Mondo – einem Trainergespräch, welches beleuchten sollte, inwiefern Verletzungen auch Chancen für einen Neuanfang im Training bieten können, als eine Form des Reset, um die Dinge noch einmal vor vorne und mit neuer Perspektive zu erlernen. Ein wichtiger Aspekt war das Anerkennen eigener körperlicher Grenzen, als auch die Grenzen der Schüler im Training.

Anschließend weckten die Bo-tai-Sai und Tunfa-Einheiten die mittagsmüden Geister auch wieder zum Leben. David brachte den Interessenten unsere „Hamahiga no Tunfa“ näher, während Hagen beim Bo-tai-Sai auf Wunsch hin individuelle Zweikampfsituationen gegen Bo aus verschiedenen Sai-Kata vorgestellt hat.

Zu guter Letzt gab es bei Rosi einen Cooldown, der neben Dehnungsübungen für den ganzen Körper auch Entspannung vom Training der vorherigen Stunden beinhaltete.

Alles in allem kann das Trainingslager als Erfolg gewertet werden, es war hoffentlich für alle Beteiligten ein angenehmes Training, bei dem jeder etwas für sich mitnehmen konnte. Vielen Dank nochmals an die Organisator:innen und Trainer, die dieses Ereignis ermöglicht haben.